Wieso sind eigentlich alle Visitenkarten gleichgroß?


850 x 540 mm

Etabliert, praktisch, normal – so in etwa kann man es wohl zusammenfassen. Ganz gleich, ob es ein Ablagekasten, Rolodex oder gar ein Filofax war, diese Organisationsmittel hatten eine Obergrenze für das Visitenkartenformat. Grundlage dafür war wohl die Größe von Kredit- und Bankkarten (85,6 × 53,98 mm). Wählte man diese Dimensionen, so war man auf der sicheren Seite. Eine zu große Karte wäre beim Empfänger evtl. nicht unterzubringen. Man lief also Gefahr, nicht in dessen Kartei zu landen, weil die Karte zu sperrig war. Natürlich hätte es keinem Drucker Mühe bereitet, abweichende Formate zu produzieren, doch wollte niemand sicheres Terrain verlassen und die Dimensionen der Scheckkarte wurde zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Im Grunde gibt es ein klares Argument: Visitenkarten in diesen Abmessungen passen ins Portemonnaie.

Spätestens mit dem Aufkommen von Onlinedruckereien wurde dieses Format dann ein für alle Mal zementiert. Zu günstigsten Preisen produzieren, bedeutet nun einmal aufs Schärfste zu rationalisieren und Prozesse so schlank wie möglich zu gestalten. Individuelle Formate gehen dabei natürlich unter. Sammler finden gewiss die Möglichkeit auch unterschiedlichste Karten zu archivieren. Wir im Druckhaus Eckholt & Borgsmüller produzieren alle möglichen und unmöglichen Formate, ganz wie der Kunde es wünscht. Denn Visitenkarten sind nach wie vor unverzichtbar für Menschen mit repräsentativen Aufgaben. Auch wenn heutzutage die "Kartei" in der Regel über QR-Codes im Smartphone "abgelegt" wird, halte ich es persönlich so, dass die schönsten Karten am längsten auf meinem Schreibtisch liegen, und damit ihr Werbepotenzial voll ausschöpfen.